Human Compliance – nur eine neue Form des Arbeitsschutzes? (II)

Was gibt’s Neues Frau/Herr NN?
Unter dieser Überschrift fragt der Ingenieurverbund Maschinenbau bei seinen Mitgliedern zu Themen der Technik und der Gesellschaft.
Heute geht es darum, welchen Stellenwert die Betrachtung psychischer Belastungen in der Arbeitswelt, aber auch darüber hinaus einnimmt.

Human Compliance - nur eine neue Form des Arbeitsschutzes? (II)
Wert – Mensch

… Fortsetzung der Pressemitteilung vom 05.04.2013; hier den kompletten Text lesen (http://www.human-compliance.de/Nachrichten.html)

Arbeitgeber, Unternehmer müssen den Schutz der Mitarbeiter als gesamtheitliche Managementaufgabe verstehen. Der Schutz der Beschäftigten gegen die „normalen“ Gefährdungen hat ja bereits weite Fortschritte gemacht in den letzten Jahrzehnten. Sinkende Unfallzahlen bei einer gleichzeitig weiterhin hohen Zahl geleisteter Arbeitsstunden in der Wirtschaft sprechen eine eindeutige Sprache. Produkte, Maschinen, Anlagen, Werkzeuge werden immer sicherer. „Product Compliance“ als Begriff der umfassenden Verantwortung für solche „greifbaren“ Dinge und in der logischen Weiterführung auch die Betriebssicherheit haben sich durchgesetzt und gehören wie selbstverständlich zu den klassischen Unternehmenszielen. Aber es gibt neue Einflüsse; die Rahmenbedingungen der Arbeit ändern sich.

Und nun, die Lösung? Gibt es genauso eine griffige Phrase?

Also: „Product Compliance“ kennen wir. Was es zusätzlich und ergänzend braucht ist „Human Compliance“!

Wieder ein neues Schlagwort?

Ja, Sie wollten es doch „griffig“ haben! Nun, Spaß beiseite. Natürlich ist es ein etwas künstlicher Begriff. Aber es bedeutet doch nichts Anderes, dass jeder, der Verantwortung für Menschen trägt, eben auch in der Arbeitswelt, dieser Verantwortung auch gerecht wird. Mindestens erstmal, indem er geltende Gesetze einhält, aber auch indem das eigene Handeln so ausgerichtet wird, dass man aktiv zur Erhaltung menschengerechter Bedingungen beiträgt. Der Arbeitgeber muss sich also beschäftigen mit:
-der Arbeitsaufgabe und deren Auswirkungen auf die Mitarbeiter,
-die Arbeitsorganisation und Arbeitszeiten,
-die sozialen Bedingungen,
-die Arbeitsplatz- und Arbeitsumgebungsbedingungen.

Klingt doch wie „Wohlfühl“-Umgebung!?!

Den Gegensatz, den Sie gern konstruieren möchten, gibt es nicht. Wenn wir schon von Ressourcen für ein Unternehmen sprechen: Die Menschen sind nun einmal die wertvollste Ressource. Das gilt dann auch für die Wirtschaft insgesamt und die gesamte Gesellschaft. Dieser integrierte Ansatz ist aber nicht wirklich neu. Es macht nur Sinn, ihn sich von Zeit zu Zeit in“s Gedächtnis zu holen. Im Übrigen: Andere Industriestaaten sind da deutlich weiter. In Skandinavien z.B. sind viele Dinge im Sinne menschengerechter Bedingungen Konsens. Aber selbst in den Volkswirtschaften Großbritanniens und der USA stehen diese Fragen des integrierten Handelns weit oben auf der Agenda.

„Human Compliance“ als moderne und weiterentwickelte Form des Arbeitsschutzes also?

Das in jedem Fall. Erhaltung der „Ressource Mensch“, mit allen, auch neuen Facetten klingt zwar immer noch schrecklich technokratisch, ist aber für die moderne Wirtschaft unabdingbar. Aber wenn ich vorhin von „der Gesellschaft“ gesprochen habe, dann ist klar, es geht weit über den ökonomischen Ansatz hinaus. Denn „Human Compliance“ darf nicht nur auf die Arbeitsweltbedingungen reduziert werden. „Human Compliance“ ist deutlich mehr. In den USA gibt es z.B. weitreichende, auch von den Regierungen gestützte Bewegungen unter dem Begriff „Public Welfare“. Was man einfach mit „öffentliches Wohlfahrtswesen“ übersetzen könnte, vereint aber den „Wert Mensch“ sowohl im ökonomischen, wie auch im gesamtgesellschaftlichen Sinne.

Also doch staatlicher Zwang?

Nein. Das Ziel muss es sein, gesellschaftlich anerkannte Rahmenbedingungen zu schaffen und die handelnden Personen sorgen dann in eigener Verantwortung für die Umsetzung. Das immer unter der klaren Erkenntnis: Jeder, der gute Bedingungen umsetzt, zieht mindestens mittel- und langfristig einen Nutzen daraus.
Und schließlich gehe ich noch weiter: Gesellschaftliche Verantwortung für das menschliche Wohl endet nicht an den geographischen Grenzen einer Gesellschaft. Menschenrechte sind unteilbar. Jedes Handeln bei uns hat überregionale, ja globale Auswirkungen. Auch das meint „Human Compliance“.

Vielen Dank! Wir bleiben an diesem Thema dran.

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